Montag, 4. Januar 2010

Wie man professionell auf Dorffesten säuft!

Einen herzlichen Dank an Potti für die Übersendung dieses schönen Textes.

WIE MAN PROFESSIONELL AUF DORFFESTEN SÄUFT !!!!

1.
Ein Bier bestellen geht gar nicht.
Damit sagt man, dass man ne knickerige Sau ist, keine Freunde hat oder Antialkoholiker ist, quasi das Allerletzte.

2.
Also immer mindestens zehn Stück, einen Meter oder ein ganzes Tablett bestellen.
Nie vorher abzählen wie viel Leute um einen rum stehen und dann die genaue Anzahl bestellen. Am Besten irgendeine Zahl über die Theke grölen und ab dafür.

3.
Ganz falsch: die Umstehenden fragen, ob sie überhaupt noch ein Bier haben wollen. Wichtige Regel: Gefragt wird nicht. Saufen ist schließlich kein Spaß.

4.
Wenn der Stoff da ist, nicht blöd rumgucken und überlegen, wem man denn eines in die Hand drücken soll. Am Besten die Gläser wild in der Umgebung verteilen, denn nur so zeigt man seine Großzügigkeit. Nur der Kleinkarierte Pisser stellt sich da an.

5.
Wer zahlt wann die nächste Runde?
In der Regel kommt jeder der Reihe nach dran. Ganz miese Wichser saufen die ersten neun Runden an der Theke mit und wenn sie an der Reihe wären, müssen sie plötzlich pissen. Der erste Besteller bestimmt meist die Dauer des Projekts: wenn er zwölf Bier bestellt, müssen alle solange warten, bis zwölf Runden durch sind. Wichtig ist, dass der Strom nie abreißt. Also wenn alle noch die Hälfte im Glas haben sofort die nächste Runde ordern und das neue Glas in die Hand drücken.
Was voll peinlich ist: mit zwei Gläsern in der Hand an der Theke stehen. Deshalb ist Tempo angesagt beim Reinschütten, ist schließlich kein Kindergeburtstag.

6.
Richtig fiese Schweine bestellen zwischendurch noch ne Runde Korn oder die absolute Hölle "Jägermeister". Hier wird es ernst. Sollte sich so was andeuten, kann man bloß noch die Flucht ergreifen.
Merke: Biersaufen kann man auf dem Dorffest mit etwas Planung und Glück überleben. Aber nach Jägermeister weigert sich sogar der Notarzt, diese Schweinerei wieder zu beleben.

7.
Konsequent durchgezogen bist Du normalerweise im Zelt um halb neun stramm
wie ein Kesselflicker. Geht natürlich nicht, weil, Du kannst ja noch nicht nach Hause wegen Verdacht auf Weichei.
Was also dann? Pausen machen!
Dafür sind in der Regel zwei Sachen vorgesehen: Bratwurstfressen und Tanzen.

1.: Bratwurstfressen

Vorteil: an der Bude gibt's kein Jägermeister. Da bist Du also ne Zeit lang sicher vor der Alkoholvergiftung durch Andere. Nu sind die Bratwurststände auf Dorffesten immer so konzipiert, dass die Nachfrage immer größer ist als das Angebot. In der Bude arbeiten auch meistens Fachkräfte, denen man beim Grillen die Schuhe besohlen kann. Einzige Qualifikation: sie können mit einem Sauerstoffanteil in der Luft von unter 1 % überleben, deswegen wirken sie auch so scheintot. Nu sagt der Laie: wat'n Scheiß, das könnte man doch viel besser organisieren: Zackzack kämen die Riemen übern Tresen.
Falsch: die mickrigen Bratwurstbuden mit den Untoten am Grill stehen da nicht aus Versehen, sondern absichtlich. Hier kann man Asyl von der Sauferei beantragen und je länger man auf den verkohlten Prengel warten muss, desto größer die Überlebenschance.

2.: Tanzen
Im Vergleich zu Bratwurstfressen natürlich die schlechtere Wahl, weil anstrengend und mit Frauen. Aber irgendwann geht halt kein Riemen mehr rein in den Pansen und Du musst in den sauren Apfel beißen. Also zack, einen Rochen von den Bänken gerissen und irgendwie bescheuerte Bewegungen machen. Wenn Du Glück hast, spielt die Kapelle mehr als zwei Stücke und Du kannst Dir ein paar Bier aus den Rippen schwitzen. Hast Du Pech, kommt sofort nach dem ersten Stück der Thekenmarsch und Du stehst wieder da, von wo Du gerade geflohen bist.

3.: Sektbar
Eine richtig gruselige Bude, quasi die Abferkelbox im Festzelt. Hier iss es so voll und eng, hier bleibst Du auch noch stehen, wenn's eigentlich nicht mehr geht. Es soll schon Kriegsverletzte gegeben haben, denen hat man in der Sektbar beide Beinprothesen geklaut und sie haben's nicht gemerkt. Doch der Preis, den Du für die Stehhilfe zahlst ist hoch: Du musst Sekt saufen aus so mickrigen Blumenvasen, die man von der Spermaprobe beim Urologen kennt. Ziemlich eklig alles.
Wenn's keine Sektbar gibt, gibt's meist ne Cocktailbar:
Cocktail heißt im Zelt aber nicht Caipirinhia oder Margarita sondern Cola / Korn oder Korn mit Cola.
Also vorsichtig: hier kann's ganz schnell zu Ende gehen. Eine Alternative für den ganz schnellen Weg ins Nirwana ist noch der Zaubertrank Korea. Vom Preis-
Leistungsverhältnis her immer noch ne reelle Sache. So besäuft sich der kritische Verbraucher und hat es ruckzuck geschafft.
Doch bevor Du nach Hause darfst kommt noch ein ganz wichtiger Punkt, nämlich...

4.: Kotzen
Klingt scheiße, Du wirst aber dankbar sein, wenn Dein Körper Dir dieses Geschenk bereitet. Du hast Platz für neue Bratwürste und vielleicht sogar Glück, dass Du die letzten zwanzig Bier noch erwischst, bevor sie Dein Gehirn erreicht haben. Der Profi jedenfalls kotzt oft und gern.

So, jetzt wären wir auch schon beim Nachhause gehen.
Haha! Wenn Du aber den Zeitpunkt verpasst hast und kommst vom Pissen oder Bratwurstkotzen wieder ins Zelt und es sind bloß noch zwanzig Mann übrig,
Ätsch: Arschkarte gezogen. Denn jetzt heißt es:

5.: Die Letzten
Ab jetzt geht es um so spannende Sachen wie Fassaussaufen! es ist immer mehr drin als Du denkst! Oder Absacker trinken. Wenn's ein Jägermeister ist kannst Du Dir gleich den Umweg über den Notarzt sparen und den Bestatter anrufen. Jeder passt jetzt auf, dass keiner heimlich abhaut. Die Ersten sacken einfach so vor der Theke zusammen, damit sie jedenfalls nicht noch mehr saufen müssen. Vorteil dieser Phase des Dorffestes: Du musst nicht mehr extra nach draußen latschen für Pissen und Kotzen: geht jetzt alles vor Ort.

6.: Nach Hause
Fällt aus. Mach Dir keine Illusionen: Alleine schaffst Du es nicht mehr, Taxis gibt's nicht auf dem Land und wenn würden sie Dich nicht mitnehmen. Deine Frau kommt nicht um Dich zu holen, die ist froh, dass dieses Wrack nicht in der Wohnung liegt und der Gestank in die Möbel zieht. Was bleibt ist...

7.: Der Morgen danach
Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Ritzen in der Festzeltplane. Du wirst wach von einem Zungenkuss wie Du ihn noch nie in Deinem Leben gekriegt hast. Leidenschaftlich küsst Du zurück. Dann machst Du Deine verklebten Augen auf und blickst in das fröhliche Gesicht des zottigen Köters von dem Zeltfritzen. Und mit einem eigenen Beitrag zum Thema Würfelhusten fängt der Tag wieder an. Dein Kopf fühlt sich an wie nach einem Steckschuss.
Jetzt hilft nur noch:
Stützbier bis die Maschine wieder halbwegs normal läuft ...

Sonntag, 14. Dezember 2008

Wir lieben Kino

Der Spannung wegen. Wie das funktioniert? Das seht ihr hier, in nur 90 Sekunden:

Sonntag, 23. November 2008

The History of the Slasher Movie

Eine großartige Doku über die beliebten Horrorfilme wie Halloween, Friday the 13th, A Nightmare on Elm Street und dergleichen.

Die Doku dauert zwar insgesamt 48 Minuten, ist aber sehenswert. Wes Craven, Sean Cunningham, John Carpenter, Robert Englund: die Regisseure und Hauptdarsteller der kultigen Filme kommen zu Wort und man spannt den Bogen vom Altmeister Hitchcock bis hin zu den "modernen" Filmen des Slasher-Genres, wie z.B. Scream oder deren Persiflage, Scary Movie. Wer derartige Filme mag, sollte sich diese dreiviertel Stunde Zeit nehmen.

Scream and scream again...

Dienstag, 28. Oktober 2008

Ehre, wem Ehre gebührt...

Fetten Respekt für das Ballmädchen.


Video präsentiert von unf-unf.de

Montag, 13. Oktober 2008

Rock'n'Roll


AC/DC!
Ausverkauft in 12 Minuten
Sie sind die dienstältesten Hardrocker und sie brechen immer noch alle Rekorde.

Als am Samstag um 11 Uhr der Vorverkauf für die sieben Deutschland-Konzerte von AC/DC (am 7. März im Düsseldorfer ISS-Dome) begann, dauerte es nicht lange, bis alle Tickets weg waren.

AUSVERKAUFT IN 12 MINUTEN.

Blockierte Telefonleitungen und Internetportale, Ansturm auf die Vorverkaufsstellen.

Die spektakulärste Hardrockband begeistert auch im 35. Jahr ihres Bestehens.

Gute Nachricht für alle, die leer ausgingen: Wegen der gigantischen Nachfrage werden die Rocker um Angus Young im Sommer einige große Open-Air Konzerte spielen. Die Arena Düsseldorf hat gute Chancen für die Black Ice Tour 2008.

___________________________________

Und jetzt ratet mal, wer Karten hat.

Rock on,

monte

Sonntag, 12. Oktober 2008

Lammbock - Wotan Wilke Möhring. Großartig.

Wer kennt ihn nicht, diesen Film. Großartiges Kino aus Deutschland. Nicht nur die Story an sich ist wirklich witzig, auch die unerwarteten Wendungen und die Ausschmückung der Dialoge, wie sie Quentin Tarantino himself auch nicht stranger hätte festhalten können. Und die Krönung des Ganzen sind die kurzen Auftritte von Frank. Frank ist ein erfolgloser Dauercamper, Kiffer und leidet am Tourette-Syndrom. Wobei... wer leidet da eigentlich? Er scheint damit ganz gut klar zu kommen... :)
Hervorragend dargestellt von Wotan Wilke Möhring. Herrlich!

Die beste Szene des Films:


Und noch ein wenig mehr von Frank:

- best of Frank

- ein Trailer zum Film

Und wer den Film wirklich noch nicht kennt: mann mann mann! Anschauen!

Sonntag, 28. September 2008

Das Schwert des Damokles

Eine Geschichte, die aus dem 4. Jahrhundert nach Christi stammt. Eine Geschichte, die sich als Metapher bis heute in unserer Sprache manifestiert hat. Und eine Waffe, die auch heute noch ab und an niedersaust und einen unvermittelt im Genick zu treffen vermag.

Doch holen wir ein wenig aus: kann man jemanden verlieren, den man überhaupt nicht hatte? Eine absurde Frage, mag man meinen. Seit heute weiß ich: ja, das geht. Man kann sich durchaus intensiv zu jemanden hingezogen fühlen, spüren, dass diese Hingabe erwidert wird, dass dort etwas ist. Dass man sich daran schnell gewöhnen kann und mag; so dass es einem direkt fehlt, wenn man ein paar Tage darauf verzichten muss. Dass es knistert zwischen diesen Personen und dass sie sich gegenseitig wahrlich gut tun. Sei es in einfachen Gesprächen, kleinen Gesten oder Aufmerksamkeiten. Wenn es bei jedem Gespräch vertrauter zu werden scheint und sich ein Band aufbaut, dass nach einer Beziehung geradezu schreit.

Doch da gibt es noch mehr. Da gibt es den langjährigen Lebensgefährten, der nahezu das halbe Leben lang an ihrer Seite war und natürlich über eine wesentlich engere Bindung verfügt. Der unzählige Höhen und Tiefen mitgemacht hat und bei allen wesentlichen Geschehnissen dabei war. So etwas lässt sich nicht durch eine kurze Zeit, so intensiv sie auch sein mag, wett machen. Zumal es nie eine wirkliche Trennung gegeben hat, sondern nur eine.. nennen wir es "Pause", und dieser Lebensgefährte ist dann wieder zur Stelle und bereit, endlich die längst überfälligen Schritte in der Beziehung zu gehen, dann ist es nur logisch, welche Entscheidung getroffen wird. Und das kann in diesem Falle sogar der "Zweitplatzierte" verstehen.

Natürlich sind den Emotionen diese leicht verständlichen Fakten herzlich egal. Der Kopf weiß, aber das Herz fühlt. Und das hört damit nicht einfach auf, wenn der Kopf es will. Auf der einen Seite gibt es da weiterhin die Sehnsucht zu der Person, auf der anderen Seite baut sich natürlich ein Äquivalent an Enttäuschung auf. Dies gilt es nun erst einmal zu verarbeiten. Wie? Keine Ahnung... dass muss ich auch erst mal sehen.

Sei es, wie es ist. Es wurde von Anfang an mit offenen Karten gespielt und die möglichen Optionen lagen klar auf dem Tisch. Dass es nun ausgerechnet die Alternative ist, die der Regel "Die Hoffnung stirbt zuletzt" zuspricht, ist nicht schön. Aber es war eine der abzusehenden Endungen. Es war das frei ersichtlich hängende Schwert, das über meinem Platz hing. Ich wusste um dieses Schwert und habe den Platz dennoch eingenommen. Wie gesagt: die Hoffnung stirbt zuletzt. Oft als Durchhalteparole mißbraucht wurde diese Hoffnung heute zu Grabe getragen. Damit gilt es nun umzugehen. Wie auch immer das aussehen mag.

Mach es gut, Pandora. Danke für die Zeit, danke für die Gespräche, danke für Deine Offenheit. Ganz egoistisch gesprochen: Du tatest mir gut. Ich hoffe, dass kannst Du auch von mir behaupten; zumindest habe ich das versucht. Solltest Du jemals die Büchse wieder öffnen, um auch die Hoffnung in die Welt zu entlassen, so weißt Du, wo Du mich findest.

Ich hoffe ehrlich, dass Deine Entscheidung richtig war. Ich wünsche Dir alles Gute.

Dein Lionel